| Geschichte | Technisches | Regeln | Begriffe | Dokumente |
Das Fidonet als ältestes, privat betriebenes Netzwerk
ist seit seiner Gründung im Sommer 1984 zu einem weltweiten Verbund von
über 30.000 (1996) teilnehmenden Mailboxen
(über 40000 sogenannte "Nodes") angewachsen.
Durch Mehrfacheinträge (Analog, ISDN, IP, Multiline-BBS) ist in den
letzten Jahren die Anzahl der Mailboxen kleiner als die Anzahl der Nodes in der Nodeliste.
| Sommer 1984 | Tom Jennings entwickelt das Fido-Protokoll zum Nachrichtenaustausch mit Freunden anstelle des gegenseitigen Mailboxbesuches oder der Telefonate. |
| Herbst 1984 | Statt der Einzelanrufe wird das Routing implementiert um Nachrichten für ein Gebiet geminsam in einem Anruf zu übertragen. |
| Ende 1984 | Erste Fido-Nodes außerhalb der USA. Das bis heute verwendete St.Louis-Format für die Nodeliste wird entwickelt. |
| Anfang 1985 | FidoNet hat über 160 Nodes. |
| 1986 | Fidonet erreicht 1000 Nodes, darunter erste Fidonodes in Deutschland |
| 1988 | Über 3000 Nodes im Fidonet, davon ca. 40 in Deutschland |
| 1989 | Über 6000 Nodes im Fidonet, davon ca. 150 in Deutschland |
| 1990 | Über 300 von insgesamt 9000 Nodes in Deutschland. |
| 1991 | Über 12000 Nodes im Fidonet, davon ca. 700 in Deutschland |
| 1992 | Von über 15000 Nodes sind etwa 850 in Deutschland. |
| 1993 | Über 20000 Nodes im Fidonet, davon ca. 1600 in Deutschland Einführung von ISDN in die Nodeliste. |
| Sommer 1993 | Reorganisation (und Spaltung in Lite/Classic) der Region 24 (Deutschland) |
| 1994 | Über 28000 Nodes im Fidonet, davon ca. 2300 in Deutschland |
| 1995 | Über 36000 Nodes im Fidonet, davon ca. 4600 in Deutschland |
| Herbst 1995 | R24 wird wieder vereint. Die Classic-Nodeliste wird eingestellt. |
| 1996 | Etwa 40000 Nodes im Fidonet, davon ca. 6700 in Deutschland |
| 1996 | Die Regionale Policy der R24 wird vom Z2C für die interne Verwendung zugelassen. |
| 1997 | Etwa 34000 Nodes im Fidonet, davon ca. 6500 in Deutschland. Seit September 1997 sind Fido-over-IP-Nodes als Test (2:2/3xxx) in der Z2-Nodeliste. |
| 1998 | Von etwa 27000 Nodes im Fidonet sind ca. 5000 in Deutschland |
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Die Nodes tauschen in regelmäßigen Zeitabständen (häufig
mehrfach täglich) die eingegangenen Daten (private Nachrichten (Netmail) und öffentliche Nachrichten
(Echomail) mit ihrem übergeordneten
System in der Routingstruktur aus.
Diese Nachrichten können sowohl vom Betreiber (Node),
seinen festen Nutzern (Points) oder Online von einfachen Benutzern eingegeben worden sein.
Die Mailboxen sind mit einem speziellen Protokoll
(FTN = Fido Technology Network) für den
gegenseitigen Datenaustausch miteinander vernetzt. Das Programm für die
Steuerung des Datenaustausches wird Mailer genannt.
Die Hierarchie des Datenaustausches ist in einem sternförmigen Routing innerhalb einer Region aufgebaut.
Die Nodeliste (quasi das Telefonbuch des Fidonet)
enthält die wesentlichen Daten, mit denen jede Mailbox eine direkte
Verbindung zu einer anderen aufbauen kann.
Die Nutzer einer Mailbox können bei regem Interesse eine FTN-kompatible
Software installieren, um dann Offline als Point mit den gleichen
technischen Möglichkeiten wie ein Node am
Fidonet teilzunehmen.
Das FTN-Protokoll wird neben dem Fidonet auch in vielen anderen Mailboxnetzen
(z.B. Virnet, Gernet, ZyXELnet, Gamesnet, ...) verwendet.
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In einem großen Netzwerk mit vielen Teilnehmern, die sich in der Regel nicht
persönlich kennen, bilden die folgenden Grundsätze die Basis für ein
gemeinsames Hobby:
Leider reicht das nicht in allen Fällen aus, daher sind in der
sogenannten Policy (derzeit Version 4.07
vom 9. Juni 1989, deutsche Übersetzung)
die Beziehungen und Möglichkeiten der Systembetreiber
(Nodes) im weiteren geregelt. Bei Differenzen zwischen
Nodes wird im Rahmen einer Beschwerde (Complaint) der/werden die zuständigen
NC eingeschaltet oder entsprechend der Hierarchie die
jeweils nächsthöhere Stufe.
Die Feinheiten der Echomail sollten in einer Echopol
(Stand 1. Februar 1989) geregelt werden, die sich jedoch vorwiegend an
amerikanischen Gegebenheiten orientiert.
Bei der zunehmenden Verbreitung der Datenkommunikation auch im privaten
Bereich und der Schaffung von Schnittstellen zum Usenet (einem Teil des
Internet) sollte die Gatepol (Stand 22. Juli
1990) auch die Übergänge (Gateways) zu
anderen Netzen regeln.
Weitere Details folgen in Kürze ...
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BBS, Mailbox
Die Mailbox (BBS = Bulletin Board System) ist ein i.d.R. öffentlich
zugängliches System, welches den Nutzern im Onlinebetrieb das Lesen und
Schreiben von Nachrichten (Netmail, Echomail) gestattet. Obwohl das Fidonet
sich auf den Nachrichtenaustausch beschränkt, bieten die meisten
Mailboxen ihren Nutzern auch Dateien (Files) zum Bezug (Download) an, die
über andere FTN-Netze in ähnlicher Form (betreffend des
Verteilweges) wie die Nachrichten zwischen
vielen Systemen ausgetauscht werden.
Download, Upload
Der Begriff "Download" beschreibt die Übertragung einer Datei von der
Mailbox zum Nutzer, wohingegen der "Upload" die umgekerhte
Richtung bezeichnet. Viele Mailboxen besitzen der Nutzungszeitbeschränkung
eine Download-Beschränkung (Limit), welche erst durch den Upload den
Zugriff auf weitere Daten gestattet.
Echomail
Die Echomail ist eine öffentliche Nachricht (ähnlich einem
Aushang), die von jedem Interessierten gelesen werden kann. Die Echomail
wird themenspezifisch in über 1000 Bereichen (Area, Echo) abgehandelt.
Hierbei ist die Verteilung auf Nachrichten beschränkt, Dateien sind
ausserhalb des Fidonets anderweitig zu transportieren (es gibt im Gegensatz
zum Usenet keine "Binary Groups" im Fidonet). Das dabei durchaus
Fido-Adressen verwendet werden liegt an der weiten
Verbreitung dieses Netzwerkes.
Fido Technology Network (FTN)
Die Spezifikationen für den Datenaustausch innerhalb des Fidonet werden
vom FTSC (Fidonet Technology Standards Committee) festgelegt.
Sie gliedern sich in FTA (Fidonet Technical Administrative document),
FTS (Fidonet Technical Standard), FSP (Fidonet Technical Proposal)
und FRL/FSC (Fidonet Reference Library).
Gates
Ein Gate bündelt die Nachrichten eines großen Bereiches
(Region, Zone) für den
Austausch mit anderen Regionen oder Zonen. Eine Umwandlung des
Nachrichtenformates findet dabei i.d.R. nicht statt.
Gateway
Ein Gateway nimmt die Umwandlung zwischen verschiedenen
Nachrichtenstrukturen vor. Neben Gateways zum Internet bestehen auch einige
zum Mausnetz und anderen, nicht FTN-kompatiblen Netzwerken.
Es gibt eine ältere Anleitung zur Nutzung
von Gateways, wobei die angegebenen Adressen vor der Benutzung unbedingt zu
prüfen sind!
Host
Der Host ist das Zentralsystem eines Netzes, welches die
gesammelten Daten mit anderen Systemen austauscht. In großen Netzen
kann die Verbindung nach Aussen auf mehrere Systeme (auch Echomail und
Netmail getrennt) verteilt werden.
Hub
Der Hub ist eine Sammelstelle für mehrere Nodes,
der die Daten mit dem Host seines Netzes austauscht.
Koordinatoren
Die einzelnen geografischen Teilgebiete des Fidonet werden jeweils von einem Koordinator betreut:
Mailer
Der sogenannte Mailer ist das Programm, welches den Datenaustausch mit
anderen Systemen gemäß FTS (Fidonet Technology Standard ->
FTSC) abwickelt. Es enthält i.d.R. (außer bei
einfacheren Pointsystemen) noch eine Zeitsteuerung, um den datenaustausch
unbeobachtet zu kostengünstigen oder sonstwie angenehmen Zeiten
automatisch auszuführen. Der Anruf bei einem anderen System wird
"Poll" genannt.
Netmail
Die Netmail ist eine private Nachricht zwischen 2 Nutzern des Fidonet, die
allenfalls während der Übertragung von dritten gelesen werden
kann, sofern sie nicht verschlüsselt wurde.
Da das Fidonetz keine kommerziellen Nachrichten transportiert, unterbinden
viele Systeme den Transport verschlüsselter Nachrichten genauso wie die
Verteilung von Dateien in kodierter Form per Netmail.
Netzwerk
Ein Netzwerk ist ein Verbund von Computern, die Daten in regelmäßigen
Abständen austauschen oder ständig miteinander verbunden sind.
Node
Der Node ist i.d.R. eine Mailbox, die für mehrere
Benutzer die Daten bereithält. Heutzutage gehen jedoch viele ihrem
Hobby "Fidonet" ohne öffentlichen Zugang für Dritte nach, so
daß der Node auf den Betreiber geschrumpft ist.
Der Node ist verpflichtet, sein System mindestens eine Stunde am Tag zur
Netmail-Hour (NMH) empfangsbereit zu halten.
Nodelist
Die Nodelist ist das Telefonbuch des Fidonet, welche die direkte Verbindung
zwischen 2 beliebigen Systemen ermöglicht, sofern beide eine passende
Kommunikationstechnik benutzen.
Sie enthält im wesentlichen die folgenden Angaben:
Nodenummer
Die Nodenummer ist die Adresse eines Systems im Fidonet.
Sie besteht aus 3 Teilen: z.B. 2:2446/301
Die "2" kennzeichnet die Zone 2 (Europa) im Fidonet.
Die "2446" bezeichnet das Netz 2446 in der Region 24 (Deutschland).
Die "301" adressiert das einzelne System.
Falls regelmäßige Nutzer von dem System 2:2446/301 ihre
Nachrichten z.B. mit einem FTN-Programm beziehen, kann die Nodenummer
erweitert werden: "2:2446/301.1" ist eine Pointadresse,
über die der entsprechende Nutzer von anderen direkt angeschrieben
werden kann.
Point
Der Point ist kleinste adressierbare Glied (Pointnummer, siehe Nodenummer) im Fidonet mit einer eigenen
Adresse. Er verwendet eine ähnliche oder die gleiche Software wie ein
Node und kann dadurch bei verhältnismäßig geringen Kosten am
Nachrichtenaustausch teilnehmen.
Da sein System nicht ständig empfangsbereit ist, werden seine
Nachrichten beim zugehörigen Node für ihn gesammelt und bis zum
Anruf bereitgehalten.
Region
Die 6 Zonen im Fidonet sind in Regionen unterteilt, die sich i.d.R. an den
geografischen Ländergrenzen (z.B. R24 = Deutschland) orientieren.
Die Regionen sind wiederum in Netze (z.B. Netz 2:2446 in der Region 24)
unterteilt.
Routing
Da die direkte Verbindung von einem System zu allen anderen die
Betriebskosten ins Unendliche schnellen lassen würde, hat das Fidonet
von Beginn an eine sternförmige Verteilstuktur genutzt. Hierbei werden
die von einem Node (z.B. 2:2446/301) gesammelten Daten mit anderen Nodes bei
einem Hub (2:2446/300) konzentriert, der sie über den Host (2:2446/0)
des Netzes (2:2446) an die zentralen Verteilstellen in der Region (R24 =
Deutschland) weiterleitet. Dort werden Echomail und Netmail an andere Netze
der Region und auch international zu anderen Regionen und Zonen (Z2 =
Europa) weiterverteilt.
Zur Kostendämpfung werden die Nachrichten vor der Übertragung in
Paketen komprimiert und so ggf. auch für die Bezieher (z.B. Points) bereitgehalten.
User
Der (Online-)User verwendet einen Online-Zugang zu einer Mailbox zum Lesen und Schreiben von Nachrichten sowie
für den Dateibezug. Dadurch treten je nach Nutzungsdauer nicht
unerhebliche Kosten an die Telekommunikationsunternehmen (z.B. Telekom) auf.
Zone
Das Fidonet ist in 6 Zonen unterteilt:
| Zone | Bezeichnung | Thema / Beschreibung |
| 9 | Virnet | Verteilung von Programmen und Hinweisen zum Virenschutz |
| 16 | ZyXELnet | Diskussion rund um und Updates die Modeme des Herstellers ZyXEL |
| 21 | Gernet | Die Zeitschriften des Heise-Verlages (c't, IX, Gateway, ...) und Shareware-Programme |
| 81 | GFD | Programme und Updates für OS/2 |
| 144 | Gamesnet | Spiele, Spiele, Spiele, ... |
| 185 | Büro Service Network |
Anwendungsprogramme, meist direkt von den Autoren |
| 405 | Treibernet | Treiber und Hilfsprogramme |
| Geschichte | Technisches | Regeln | Begriffe | Dokumente |
| Englische Dokumente | |
| Policy 4.07 | Die derzeit gültige Fidonet-Policy 4.07 (vom 9. Juni 1989) |
| NC-Elect.Z2 | Ein Wahlverfahren, welches in Z2 für NC's angewendet wird (vom 5. März 1995) |
| Echopol 1 | Die Echomail-Policy für Zone 1 (vom 1. Februar 1989) |
| Gatepol 1 | Die Gateway-Policy in der Fassung vom 22. Juli 1990 |
| Gateway-Anmeldung für Zone2 |
Das aktuelle Online-Formular für die (Internet-)Gateway-Anmeldung in der Zone 2 der Domain "fidonet.org" |
| Gateway-Anmeldung | Anmeldeformular für Gateways in der Domain "fidonet.org" (vom 12. August 1996) |
| Geschichte | Ein kurzer Abriss über die Entwicklung des Fidonet (vom 8. Februar 1985) |
| FTSC-Archiv | Die Technischen Beschreibungen des Fidonet-Standards (Auf dem FTSC-Archiv-Server) |
| Fidonet-über-IP (Fidonews-Serie wie eingeschickt) | |
| Teil 1 | Definition von Fidonet-über-IP, FTS-1 Betrachtung, aktuelles Nodelist-Format |
| Teil 2 | Verfügbare Programme für Fidonet-über-IP |
| Teil 3 | Vorschläge zur Integration von IP-Nodes in die Nodeliste |
| Teil 4 | Policy-Überlegungen betreffend IP-Nodes |
| Deutsche Dokumente | |
| Policy 4.07 | Deutsche Übersetzung der Policy 4.07 (vom 11. November 1991) |
| R24 Policy 1.00 | Die regionale Policy der R24, Version 1.0, (vom 21. Januar 1996) |
| R24 Policy 1.00 (Deutsch-Englisch) |
Die englische Übersetzung der regionalen Policy der R24, Version 1.0 |
| Gator V10 | Ein Ratgeber für Gateway-Benutzer (im September 1991) |
| Fido-ABC | Eine Einführung in das Fidonet von Andy Kreuzer (1993) |
| Fidonet-über-IP (Fidonews-Serie in Deutsch) | |
| Teil 1 | Definition von Fidonet-ü-IP, FTS-1 Betrachtung, aktuelles Nodelist-Format |
| Teil 2 | Verfügbare Programme für Fidonet-über-IP |
| Teil 3 | Vorschläge zur Integration von IP-Nodes in die Nodeliste |
| Teil 4 | Policy-Überlegungen betreffend IP-Nodes |
| Geschichte | Technisches | Regeln | Begriffe | Dokumente |
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