FidoNet over IP, Part 1 of 4 Copyright 1998 by Lothar Behet Part 1: Was ist "Fidonet over IP"? Fidonet-over-IP (im folgenden als "FIP" bezeichnet) besch„ftigt sich mit der Integration eines anderem Mediums als Vermittlungsschicht neben dem konventionellen Telefonnetz . Die grundlegende Spezifikation des Fidonet-Standards (FTS-1, version 15, dated Aug. 30 1990) beschreibt den Verbindungsaufbau, wie er in normalen Telefonnetzen verwendet werden kann. Dabei l„át das Kapitel H Raum fr zuknfige Erweiterungen: | H. Physical Layer : the Actual Connection of Two FidoNet Systems | | Will one of the more hardware-oriented comm types give me some idea of | what's needed here? Can we leave it open enough to allow implementation | over a non-dial net? Thanks. Das Internet ist nur eine von den zus„tzlich m”glichen Schichten an Stelle der (manchmal teuren) direkten Verbindung zwischen 2 Nodes. Es mag diskutiert werden, ob die vollst„ndige FTS-1 Implementierung zwingend fr den Verbindungsaufbau ber das Internet erforderlich ist, aber auf jeden ist die Einbindung von IP-Nodes in die Nodeliste erforderlich, um den direkten Verbindungsaufbau und m”glicherweise die Authentifizierung anhand der Nodelistdaten ber dieses andere Medium zu gew„hrleisten. Somit ist die Datenbertragung per FTP (diekte Verbindung, aber vollkommen unabh„ngig von den Nodelistdaten) oder Email-basierte Verfahren (Einwerfen von irgendwelchen Daten in ein Postfach) nicht fido-gem„á im eigentlichen Sinne von FIP. Die Nodeliste: Fr jede Verbindung ist mindestens eine Angabe erfoderlich: Der Ersatz fr die Telefonnummer ist die IP-Nummer, z.B. 194.231.142.17. Darberhinaus verwendet man im Internet auch den Domain Name Service (DNS) fr eine einpr„gsamere Pr„sentation (FQDN, Fully Qualified Domain Name) des gleichen Adressaten, z.B. fido.nrh.de. Die Nutzung des DNS bietet noch weitere Vorteile: - Lastverteilung auf mehrere Computer fr den gleichen Dienst - Sicherheit gegen einen Systemausfall Aber DNS hat einen gravierenden Nachteil: Es paát in keiner Weise in das derzeit verwendete Nodelist-Format, welches auf FTS-5 (vom 5. Februar 1990) basiert. Das sogenannte St.Louis-Format untersttzt nur eine Verbindungsadresse, welche ursprnglich als Folge von Ziffern und Bindestrichen definiert ist. Andere zeichen drfen in diesem Feld nicht verwendet werden, da manches „ltere Programm diese nicht verarbeiten kann. Die IP-Nummer enth„lt normalerwesie Punkte statt der Bindestriche, aber die Umsetzung ist fr heutzutage verwendete (und untersttzte) Programme an sich kein groáes Problem. Žltere Programme k”nnen in dem Feld keinen Unterschied zwischen einer IP-Nummer und Telefonnummer erkennen, solange sie das Flagfeld nicht beachten. Dies ist die Gefahr fr den unerfahrenen Sysop, der damit eine IP-Nummer zum Leidwesen des Gegenbers mit dem Modem anw„hlen k”nnte; ganz zu schweigen von den unerwnschten Kosten jedes Fehlversuches. Aber dagegen gibt es eine Abhilfe: Kein System kann ohne Anwahl-šbersetzung direkt mit den Nodelistdaten w„hlen; damit sind die Nodelistangeben erstmal als nicht-anw„hlbar zu betrachten. Die Verwendung eines nicht benutzten L„ndercodes unterdrckt somit die versehentliche Anwahl einer IP-Nummer durch den normalen Nutzer. Die Wahl des L„ndercodes "000" in Z2 wurde nach einiger Diskussion getroffen, da dieser in einigen L„ndern die Notrufnummer ist. Aber jede andere Kennung wird oder kann zu einem beliebigen Zeitpunkt regul„r verwendet werden und nur unter sehr ungew”hnlichen (nicht zuf„lligen) Umst„nden wrde diese Nummer angew„hlt werden k”nnen. Eine andere L”sung ist die Verwendung eines anderen Feldes fr die Internetadresse, da dieses dann in keinem Falle von („lterer) Software verwendet wrde: - Flag-Feld: hier kann alles eingetragen werden, aber einige Programme untersuchen nur die ersten 32-64 Zeichen des Inhaltes (und den Platz brauchen wir noch, wie ihr sp„ter sehen werdet :). - Ortsangabe: hier wird normalerweise die geografische Lage des Nodes angegeben, welches sich auch in etwa anhanfd der Telefonnummer bestimmen l„át. Leider sind IP-Nummern nicht geografisch orientiert und der FQDN mag einen beliebigen Namen enthalten. - System name: Es wird manchmal als "menschenlesbare Flag-Erweiterung" verwendet und erlaubt in anderen F„llen einen Blick auf das "verborgene Ego" des Systembetreibers. Jedes kann neben Ziffern auch andere Zeichen enthalten, so daá der einzelne Sysop frei zwischen IP-Nummer und FQDN w„hlen kann. Nur der jeweilige Nodelist-Compiler muá gegegebenfalls das richtige Feld fr die Vrobereitung einer IP-Verbindung ausw„hlen. Auáerdem bietet die Verwendung eines dieser drei Felder noch eine zus„tzliche Erweiterung: Die Definition eines "Kombi-Eintrages" mit IP- und konventionellen Verbindungsdaten, solange andere Angaben bereinstimmen. Nach den obigen Ausfhrungen w„re das Feld "System Name" die logische Wahl nach technischen Aspekten, da es den geringsten sinnvollen Gehalt aus diesen dreien pr„sentiert und auáerdem durch Wahl des FQDN eine groáe Bandbreite in der Form (z.B. "mybbs.mydomain.org") besteht. Natrlich gibt es noch andere L”sungen fr das Nodelist-Problem: 1. Verwendung einer vollst„ndig neuen Struktur, die dann alle m”glichen Informationen ber das System in einer Zeile enth„lt. Dies ist ein weiteres Projekt fr die Zukunft, aber wann soll es einsetzbar werden? 2. Verwendung reiner Internet-Technik fr die Adressierung, wie es z.B. in der Domain fidonet.net in Osteuropa praktiziert wird. Dieses Verfahren ist praktisch vollst„ndig unabh„ngig von Nodelistdaten, auáer das die Adressierung sich an das Verfahren fr Internet-Gateways unter fidonet.org anlehnt. Nach 5 Monaten Diskussion wurden verschiedene Vorschl„ge erarbeitet, welche im Teil 3 vorgestellt werden. Der n„chste Teil (2) wird die derzeit eingesetzten Verfahren behandeln. šber den Autor:The author: Netmail : 2:2446/301 aka 2:2/3000 Email : lbehet@nrh.de Apr. 1991: aktive Teilnahme am Fidonet Mai 1993: Hub fr den Kreis Kleve (an der niederl„ndischen Grenze) Jan. 1997: Host fr das Netz 2:2446 Jun. 1997: Verwendung von IP-Verbindungen fr das Fidonet Sep. 1997: Erster IP-Node 2:2/3000 in Z2 Jul. 1998: FIP-Site: http://home.nrh.de/fido/ , mit IP-Nodeliste, Information, Software Rechtliche Informationen: Copyright 1998 by Lothar Behet Diese Artikelreihe darf innerhalb des Fidonet in unver„nderter und vollst„ndiger Form frei verteilt werden. Die Verbreitung (auch auszugsweise) auf Datentraegern, in gedruckter Form oder auf anderem Wege bedarf der ausdruecklichen schriftlichen Zustimmung des Autors.